Monument einer großen Liebe, der Taj Mahal

“Krone des Palastes“ – Weltkulturerbe der Unesco und eines der schönsten Gebäude Indiens, gelegen im Norden des Landes, im Bundesstaat Uttar Pradesh. Er gilt noch heute als Symbol unsterblicher Liebe.

Erbaut wurde der Taj Mahal im 17. Jahrhundert von Großmogul Shah Jahan als Grabstätte  für seine dritte Gemahlin Mumtaz Mahal, die bei der Geburt ihres 14. Kindes verstarb.

Bereits mit 14 Jahren wurde der Prinz und spätere Großmogul mit seiner großen Liebe verlobt. Im Mai 1612 fand die prunkvolle Hochzeit der beiden statt, die Braut war 19 Jahre alt.

Als „Exzellenz des Palastes“ war sie die Hauptfrau Shah Jahans – ab dem Zeitpunkt ihrer Eheschließung lebte er monogam mit ihr zusammen, obwohl er zuvor schon zweimal geheiratet hatte und die beiden anderen Ehefrauen ihren Status behalten haben.

Mumtaz wurde von Dichtern für ihre Schönheit und Grazie gerühmt, als Vertraute ihres Ehemannes begleitete sie ihn auf Kriegszüge und bereiste mit ihm das ganze Mogulreich.

Der Shah übergab seiner Frau  das Reichssiegel zur Aufbewahrung, wodurch er sein großes Vertrauen zu ihr zum Ausdruck brachte. Sie hatte großen Einfluss auf seine Politik und war bekannt als einfühlsamer und warmherziger Mensch.

Als sie bei der Geburt ihrer Tochter Shahzadi Goharara am 17. Juni 1631 verstarb, war der Goßmogul untröstlich und beauftragte berühmte Architekten wie Abu Fezel und Ahmad Lahori mit dem Bau der Grabstätte am Ufer des Yamuna. Es waren bis zu 20.000 Arbeiter gleichzeitig am Bau beschäftigt, der ca. 1653 vollendet wurde. Die horrenden Baukosten waren für das Mogulreich eine große Belastung, obwohl es zur damaligen Zeit als eines der reichsten der Erde galt. Darunter zu leiden hatten die Bauern und Handwerker, denen oft nicht einmal das Nötigste zum Leben blieb.

Auch der Herrscher selbst wurde nach seinem Tode neben seiner Frau beigesetzt. Entmachtet und gefangen genommen von seinem drittältesten Sohn Aurangzeb, der als der begabtestes galt, aber auch verschlagen und brutal war,  starb er 1666 im Roten Fort von Agra, von dem er auf das Monument mit dem Grabmal seiner Frau blicken konnte.  Aurangzeb, der spätere Großmogul, ermordete in einem Bruderkrieg zwei seiner älteren Brüder und auch den zweijährigen Sohn seines Hauptrivalen, des erstgeborenen Bruders Darah Shikoh. Auch seinen dritten Bruder, Shah Shuja lies er gemeinsam mit seiner gesamten Familie und seinen Gefolgsleuten im Exil in Birma foltern und ermorden.

Trotz dieses unrühmlichen und barbarischen Vorgehens ihrer Söhne, ist die Liebe ihrer Eltern zueinander verbürgt und bewegt die Menschen auch heute noch weit über die Grenzen Indiens. Vier Millionen Besucher besichtigen jährlich die seit 1904 unter Denkmalschutz stehende Touristenattraktion. Im September 2004 wurde der 350. Jahrestag der Vollendung des Monumentes gefeiert, das als das bedeutendste Zeugnis islamischer Baukunst in Indien gilt.

Mittlerweile entsteht mit dem Shivaji-Denkmal ein ähnlich wichtiges und teures Projekt, das als eines der neuen Wahrzeichen Indiens errichtet wird. Man darf also gespannt sein, ob es ebenso ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt wird, wie der Taj Mahal.